Traumadiagnostik: Warum der Kontext zählt
, Jacob Nadja
Traumafolgestörungen zeigen sich nicht bei allen Menschen auf die gleiche Weise. Wie Betroffene ihre Beschwerden erleben und ausdrücken, ist auch durch kulturelle Bedeutungen, soziale Normen und konkrete Lebensbedingungen geprägt. Bei geflüchteten Menschen können zusätzlich Belastungen wie unsicherer Aufenthaltsstatus, Trennung von der Familie, Diskriminierung oder Sprachbarrieren eine wichtige Rolle spielen. Solche Faktoren sollten deshalb in der Diagnostik stärker berücksichtigt werden.
Mitgliederversammlung 2026
, Jacob Nadja
Am 04.06.2026 fand die Mitgliederversammlung online statt. Ein neuer Vorstand wurde gewählt! Wir danken herzlich allen bisherigen Vorstands- und Gründungsmitgliedern für das Engagement und die ehrenamtliche Tätigkeit! Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Joelle Schenkel und Dino Semadeni!
Projektankündigung: Cultural scripts of traumatic stress
, Linde Andreas
Die Anerkennung nicht-westlicher Störungsbilder ist ein wichtiger Schritt zur Erhöhung der globalen Akzeptanz der menschlichen Gesundheitsversorgung. Traumaüberlebende in nicht-westlichen Kontexten suchen oft keine Hilfe, weil sie sich von den westlichen Diagnosen ICD-11 und DSM-5 nicht „angesprochen“ fühlen, d. h. sie denken, dass ihr Leiden sich stark von dem unterscheidet, was in westlichen Diagnosen wie PTBS oder der anhaltenden Trauerstörung unterscheidet. Dieses internationale Konsortiumsprojekt umfasst sechs Modellprojekte zur Erfassung regionaler Beschreibungen posttraumatischer Leidenszustände (später wird es auf Trauer ausgedehnt). Darüber hinaus streben wir an, solche regionalen Beschreibungen in ein kulturübergreifendes Modell der Darstellung stressbedingter Leiden zu integrieren.

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